Die Initiative

Die BürgerInitiative „FRACK-loses Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ hat sich am 24. Aug. 2011 in Bötersen, Nähe Rotenburg/W., gegründet. Ohne dass wir Bürger davon in Kenntnis gesetzt wurden, hatte uns die Firma Exxon Mobil an der B 75, Abzweig Jeerhof, einen 59-Meter-hohen Bohrturm vor die Nase gesetzt. Ein Schild an der sogenannten Bohrstelle Z 11 zeigte, dass dort auch gefrackt werden soll.

In einem Brief an die Bewohner von Bötersen und der Nachbargemeinde Waffensen hatte Hartmut Horn, wohnhaft in Jeerhof, zusammen mit den Grünen zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Es kamen ca. 200 Menschen aus den umliegenden Orten zusammen, die sich betroffen fühlten.

Auf wöchentlichen Treffen formte sich diese BürgerInitiative und entwickelte Strategien des Widerstandes. Mit viel Engagement, Ideen und Tatkraft wurden Informationsabende und inzwischen zwei friedliche Demonstrationen unter dem Motto „Grillen am Bohrturm“ und „Grillen gegen Fracking“ organisiert. Nicht nur dadurch wurde die Presse im Landkreis aufmerksam und half dabei, das Thema zu verbreiten. Sogar Fernsehteams und Radiosender berichteten von den Aktivitäten. Die Grünen vermittelten uns einen Besuch im Niedersächsischen Landtag zur 1. Lesung der Anträge gegen das Fracking, den die Grünen und die SPD eingebracht hatten. Vier von uns haben daran teilgenommen.

Wir sind eine überparteiliche bzw. allparteiliche, gewaltfreie Initiative von Bürgern aus dem Landkreis Rotenburg. Nach dem Motto „Schöpfung bewahren; wir wollen Menschen, Wasser, die Erde und die Natur schützen und protestieren für unsere Kinder“ handelt dieser Zusammenschluss der Bürger. Unser Ziel ist es, in einem demokratischen Prozess die Gasförderung mit Fracking von jeder Firma, die diese Methode anwendet, zu verhindern und einen sofortigen Stopp zu erwirken. So lange nicht festgestellt ist, dass diese Methode weder das Trinkwasser, Häuser und Grundstücke noch den Boden und die Menschen gefährdet, werden wir dagegen kämpfen.

Wir kämpfen vor allem auch dagegen, weil NRW alle Genehmigungsverfahren für Fracking gestoppt hat  und weil Frankreich, die Schweiz, Südafrika und Quebec in Kanada das Fracking  verboten hat. Wir wollen durch Information der Bürger und im Dialog mit Politikern, den Stadt-, Gemeinde- und Ortsräten, den Landkreisen, den Wasserversorgern, dem niedersächsischen Landtag und den zuständigen Ministerien auf mögliche Gefahren aufmerksam machen, Fragen stellen, angehört und an Entscheidungen beteiligt werden.

Wir wollen erreichen,  und zwar deutschlandweit, dass das gegenwärtige Bundesberggesetz – vertreten durch die Landesämter für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) – reformiert wird und das Genehmigungsverfahren der (Fracking-)Gasförderung geändert wird. Dazu haben wir folgende Forderungen:

  • Durchführung einer Grundwasser- und Umweltverträglichkeitsprüfung, bevor Probebohrungen durchgeführt werden
  • Die Beteiligung der Bürger und Gemeinden am Genehmigungsverfahren.
  • Seismographische Messungen von Erschütterungen durch das Bohrverfahren.
  • Erstellung von geologischen Gutachten zur Situation der Gesteinslage und der Grundwassersicherheit.
  • Abschluss einer nachhaltigen Versicherung durch das Förderunternehmen für das gesamte Projekt und seine möglichen Spätfolgen.
  • Ein Sicherungskonzept für den möglichen Zugriff auf die Frack-Löcher durch die Verursacher vorzulegen mit der Maßgabe, dass die Gefährdung aus und in der Tiefe auch über Generationen deutlich erkennbar wird und ein Missbrauch durch Verfüllung mit anderen Schadstoffstoffen unmöglich gemacht wird. Dies betrifft die Entsorgung von Schadstoffen, z.B. Frac-Flüssigkeit und dem Flowback, die beim Fracking verwendet werden bzw. anfallen.
  • Laufende Kontrollen der Emissionen von Licht, Luft, Lärm, Grund- und Oberflächenwasser, Abwässer, Verkehr und Entsorgung vor Ort durch unabhängige Labore und kontinuierliche Veröffentlichungen der Emissionsdaten.
  • Die Umkehrung der Beweislast auf den Verursacher bei Schäden durch Erdbeben.
  • Einrichtung einer unabhängigen Schiedsstelle zur Schadensregulierung für Bürger, die selbst an Leib und Leben geschädigt worden sind bzw. deren Grundstücke und Gebäude durch Fracking geschädigt oder beeinträchtigt wurden.

Wir wollen die Wachsamkeit, die Eigenverantwortung und den Widerstand der Bürger gegen Ungerechtigkeiten, möglicherweise auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen, stärken und demokratische Mitbestimmung üben. Der friedliche Protest ist u. a. ein Mittel, um solche Ziele durchzusetzen.Wenn dies auch in Ihrem Sinne ist, können Sie Kontakt mit uns aufnehmen unter z11frackaction@freenet.de und sind herzlich willkommen in unserer BürgerInitiative.

 

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