Versenkbohrungen

Versenkbohrungen im Landkreis Rotenburg:

Bei der Gasförderung werden neben dem Erdgas Lagerstättenwasser und nach Frac-Prozessen auch Frackfluide mit hochgefördert (im Landkreis Rotenburg aus ca. 5000 m Tiefe). Diese Abfallprodukte werden in stillgelegten Bohrstellen entsorgt, den so genannten Versenkbohrungen. Nur werden die toxischen Abwässer hier eben nicht, wie von der Erdgasindustrie oft behauptet „dort wieder hingepumpt wo sie herkommen“, sondern über weite Strecken transportiert und an anderer Stelle nur um die 1000 m Tiefe verklappt – wesentlich näher an grundwasserführenden Schichten. Auch der Transport dorthin ist problematisch und hat im Landkreis bereits großflächige Boden- und Grundwasserverseuchungen verursacht.

→ Infos zu Versenkbohrungen, Lagerstättenwasser und Fracfluide
siehe unter: „Entsorgungsprobleme

Bis Ende 2012 wurden 3,45 Milliarden Liter dieser hoch belasteten Flüssigkeiten in folgende Bohrungen im Landkreis verpresst:


„Sottrum Z1“ /Exxon Mobil

Versenkbohrstelle "Sottrum Z1"

Versenkbohrstelle „Sottrum Z1“ in Hassendorf

Versenkhorizont:           785 m
in Betrieb seit:               1991
Belieferung über:          Rohrleitungen und
TKW
(Tankkraftwagen)
Einpressmenge/Tag
im Durchschnitt:           
140 Tausend Liter
                                       (entspricht 5-6 TKW)
Einpressmenge/gesamt
(Stand: 31.12.2012):
     929,4 Millionen Liter
                                      (entspricht 36.000 TKW)

 


„Wittorf Z1“ /RWE Dea

Versenkbohrung "Wittorf Z1" /RWE Dea, seit 1995, Versenkhorizont: 932 m

Versenkbohrstelle „Wittorf Z1“ in Grapenmühlen

Versenkhorizont:           932 m
in Betrieb seit:               1995
Belieferung über:          TKW (Tankkraftwagen)                                          
Einpressmenge/Tag
im Durchschnitt:           
125 Tausend Liter
                                       (entspricht 5 TKW)
Einpressmenge/gesamt
(Stand: 31.12.2012):
     667,5 Millionen Liter

 

Folgende Unfälle auf der Anlage wurden bekannt:

  • am 20.04.2012 festgestellt: Quecksilberaustritt an seit einem Jahr gelagerten Rohrleitungen
  • am 11.05.2012: Brand von zwei Aktivkohlefiltern
  • Oktober 2012 bekanntgegeben: Durchlässigkeit der Zementierung innerhalb der Bohrung
  • am 24.05.2013: ca. 200 Liter Lagerstättenwasser lief nach Druckmessung aus

 „Gilkenheide Z1“ /Exxon Mobil

Versenkbohrung "Gilkenheide Z1" /ExxonMobil, seit 1990, Versenkhorizont: 1.118 m

Versenkbohrstelle „Gilkenheide Z1“ bei Hiddingen

Versenkhorizont:           1.118 m
in Betrieb seit:               1990
Belieferung über:          Rohrleitungen und
TKW
(Tankkraftwagen)
Einpressmenge/Tag
im Durchschnitt:           
145 Tausend Liter
                                       (entspricht 5-6 TKW)
Einpressmenge/gesamt
(Stand: 31.12.2012):
     883,5 Millionen Liter

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Rückgeförderte Fracflüssigkeiten aus dem Betrieb Söhlingen werden (ca. seit dem Jahr 2000) ausschließlich hier eingepresst.


 „Söhlingen H1“ /Exxon Mobil

Versenkbohrung "Söhlingen H1" /ExxonMobil, seit 1984, Versenkhorizont: 1.634

Versenkbohrung „Söhlingen H1“ in Bellen (Exxon-Sitz)

Versenkhorizont:           1.634 m
in Betrieb seit:               1984

Einpressmenge/gesamt
(Stand: 31.12.2012):
     971,1 Millionen Liter

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 „Stapel Z1“ /Exxon Mobil

ehemalige Versenkbohrung "Stapel Z1" /ExxonMobil, Versenkhorizont: 1.143 m

Versenkbohrung „Stapel Z1“ in Horstedt/Stapel

Versenkhorizont:           1.143 m
Zulassung:                    1991

Diese Versenkbohrung wird zur Zeit nicht genutzt, sie dient als Reservebohrung.
Bisher gab es hier eine Probe-Injektion von 43,5 Tausend Liter.